Nokia (Krebber) Kundenservice (Teil 2)
Heute habe ich mein Nokia E61 Handy wieder abgeholt. Ich hatte es am Montag in der Hoffnung, dass man es evtl. noch reparieren könnte, zu der Fa. Krebber communication AG in Erkrath gebracht.
Leider war das Ergebnis ernüchternd. Man hat sich wohl sehr intensiv mit dem Gerät beschäftigt, eine Reparatur war jedoch nicht mehr möglich. Auch hatte man sich seitens Krebber bei Nokia um einen Kulanzaustausch des Gerätes bemüht, da die Garantie abgelaufen war.
Nokia schien es jedoch nicht zu interessieren, dass ohne erkennbaren Grund auf einmal das Bluetooth, eine zentrale Funktion des Gerätes, nicht mehr funktioniert. Warum auch einem Kunden, etwas auf Kulanz austauschen, wenn man dem selben Kunden doch für weitere 300 EUR (oder auch gerne mehr) wieder so ein Gerät mit haufenweise Gimmicks verkaufen kann, die er nur braucht, weil man zuvor über die Werbung einen Bedarf suggeriert hat.
Ich habe mich schon immer gefragt, weshalb man mit einem Handy Fotos machen muss? 8 Megapixel mit diesen Minilinsen? Jeder der nur ein bisschen von Fotografie versteht kann da nur den Kopf schütteln (auch wenn Carl Zeiss drauf steht). Im Internet Surfen kann ich Zuhause und wenn es ganz dringend ist auch unterwegs mit meinem Netbook, das die Hälfte kostet, ein wenig größer ist und dafür aber alles kann, was man zu surfen braucht (eine Kamera hat das im übrigen auch). Ich muss auch nicht permanent meinen Standort an Google-Maps oder sonstwen übermitteln, damit sich andere an den Datenbergen erfreuen können.
Mit dem E61 war ich offen gesagt nie wirklich zufrieden, denn es hat nie wirklich das gehalten, was die Produktspezifikationen haben erhoffen lassen. Das Voip habe ich nie zum laufen gebracht und ich denke mal, dass ich als Programmierer doch eine gewisse Gabe dazu haben sollte. Das WLAN konnte man nur gebrauchen, wenn man in unmittelbarer nähe des Access Points stand. Die Tastatur war schlecht und es hat immer Ewigkeiten gedauert, wenn man es einschalten wollte. Man hätte meinen können, dass auf dem Dingen Windows XP installiert wäre. Auch das Bluetooth ist ständig abgestürzt, bis es dann kurz nach Ablauf der Garantie ganz seinen Dienst quittiert hat.
Nun habe ich eine Bluetooth-fähige Freisprechanlage in meinem Auto und ein sündhaft teures Nokia Handy ohne Bluetooth. Was soll ich also machen?
Dabei wäre es doch so einfach gewesen, wieder die Kreditkarte zu zücken und mir bei Krebber wieder eines der schicken Handys mit Kamera und allem Pipapo zu kaufen. Der Haben-Wollen-Effekt hat mich ja schon die ganze Zeit geplagt. Ich hätte den Abend mit der neuen Bedienungsanleitung auf dem Sofa verbringen können und die ganzen vielen neuen Funktionen eines neuen Handy ausprobieren können. Zudem hätte ich noch etwas für die Wirtschaft und den Staat getan.
Ich hätte aber auch etwas für ein Unternehmen getan, das zum einen schlechte Qualität verkauft und zum anderen noch einen Vorteil daraus zieht, in dem die Kunden sofort das nächste Handy kaufen. Ein Unternehmen, dass erst Subventionen aus dem Geldbeutel deutscher Bürger bezieht um dann ins Ausland ab zuwandern.
Die Strategie mag clever sein und der finanzielle Erfolg scheint Nokia ja offensichtlich auch recht zu geben.
Mein Fazit daraus ist: Ich habe mir wieder ein Nokia Handy zugelegt. Allerdings ein altes 6310i mit Bluetooth. Das Handy hatte meine Frau noch irgendwo in der Schublade liegen und es hat/kann alles, was ich brauche. Ich kann damit telefonieren und es verbindet sich mit der Freisprechanlage meines Autos. Mehr brauche ich nicht und man möge mich davor bewahren je wieder derartig Summen für ein Handy oder irgendetwas vergleichbares aus der Mobilfunktbranche auszugeben.
Abschließend muss ich sagen, dass ich mit Krebber recht zufrieden war, auch wenn man mir dort nicht sonderlich weiterhelfen konnte. Aber als Händler/Werkstatt kann man nicht alles richten, was ein Hersteller verbockt. Auch musste ich diesmal vor Ort nicht lange warten.
Letztendlich sind es die Verbraucher, die entscheiden, ob so etwas funktioniert oder nicht. Ich habe meine Entscheidung getroffen.
Es gibt wichtiger Dinge im Leben, als Handys und Unternehmen für die Ethik und Moral zweitrangig sind.
Tut mir leid Wolfgang Schäuble, in letzter Konsequenz werde ich mein Handy vermutlich auch nur noch einschalten, wenn ich es wirklich brauche. Alleine die altersschwache Tastatur meines "neuen" Handys wird mich vor allzu intensivem Gebraucht bewahren. Damit macht die Vorratsdatenspeicherung vermutlich auch nur noch halb so viel Spaß.
Für mich ist das insgesamt das beste Geschäft. Ich habe ein Stück Freiheit durch Nichterreichbarkeit gewonnen und das Geld für das Handy und die Telefongebühren (anderes Thema) ist auf meinem Konto viel besser aufgehoben als irgendwo anders.
Posted at 03:30PM Okt 21, 2009 by Randy Gupta in Allgemeines | Kommentare[7]
Gesendet von Credenza contemporary storage. am März 19, 2011 at 04:56 AM MEZ #
Gesendet von Office desk. am März 22, 2011 at 11:10 PM MEZ #
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Gesendet von Wachussett ski. am April 01, 2011 at 09:32 AM MESZ #